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Pannen
Zelt
ohne Dusche
>50% Sonne
Schokolade
Hurra, wir sind in Jasper!
Der zusätzliche Ruhetag in Stewart hat uns beiden gutgetan. Weil das Dorf so überschaubar war und man uns mit den bepackten Velos kaum übersehen konnte, kamen wir mit vielen Leuten ins Gespräch und freuten uns sehr, auch Salome, Dan, Renée und Don nochmals zu treffen. Als wir am nächsten Tag in Meziadin Junction einen Kaffee tranken, kannten wir an der Tankstelle die halbe Kundschaft. Ein Zeichen, dass es Zeit wurde, weiterzufahren😉?!
Die verbleibenden 150 Kilometer auf dem Cassiar Highway boten landschaftlich nicht viel Neues aber der Wald war im Sonnenschein doch viel schöner😊. Für eine tolle Abwechslung sorgten die Totempfähle in Gitanyow und Kitwanga. Auf dem Yellowhead Highway hatte es zwar mehr Verkehr, dafür aber eine breitere Schulter und häufigere Einkehrmöglichkeiten. Kurz nachdem wir das hübsch gelegene Smithers hinter uns gelassen hatten, kochten wir unser Znacht an einem Picknicktisch am Fluss und wollten uns danach irgendwo in den Busch verziehen. Die Suche nach einem Campingplatz blieb uns jedoch erspart, denn Kaylee war gerade auf dem Heimweg von der Arbeit als sie uns entdeckte und uns spontan zum Übernachten in ihrem Garten einlud. Dazu gehörte auch, dass wir frische Beeren pflücken durften und vom Sohn mit Erbsen gefüttert wurden😊. Solche wunderbaren Überraschungen machten die nicht ausgesprochen aufregende Fahrt eben doch sehr schön.

In Fraser Lake legten wir trotz des hervorragenden Rückenwinds einen Ruhetag ein, weil das WiFi der Bibliothek und der Gratiscampingplatz am See so praktisch waren. Die Strasse bis Prince George war mit vielen Holzlastwagen und einer teilweise schmalen Schulter ziemlich unangenehm. Auch die Stadt Prince George fanden wir keine Perle. Offensichtlich ist der Ort ein Verkehrsknotenpunkt und dient als Versorgungsstation für ein grosses Einzugsgebiet. Entsprechend prägten Einkaufszentren, Fast-Food-Restaurants und Autohändler das Bild ausserhalb des kleinen Stadtzentrums.

Nach zwei weiteren Fahrtagen erreichten wir nun mit hartnäckigem Gegenwind das Dörfchen McBride. Das offene Robson Valley mit weiten Feldern und markanten Gebirgsketten am Horizont machte diesen Ort zu einem besonders hübschen Fleck. Dies dachte sich wohl auch Mike, der sich hier ein riesiges Grundstück mit grossartiger Aussicht gekauft hat. Er ist so stolz auf sein schönes Stück Land, dass er es gerne anderen Leuten zeigt. Deshalb lud er uns ein, das herrliche Panorama von seinem Hof aus zu geniessen und dort zu übernachten. Dieses Angebot nahmen wir ohne Zögern sehr gerne an und genossen den Abend auf der Veranda seines noch im Bau befindlichen Cabins.

Beim Plaudern stellte sich heraus, dass auf der anderen Seite des Flusses die Familie Gasser wohnt. Es sind jene schweiz-kanadischen Gassers, bei denen ich vor 20 Jahren (…ja, so schnell vergeht die Zeit👵), damals im Süden von British Columbia, einen Monat auf ihrer Schaffarm verbringen durfte. Klar, dass wir sie am nächsten Morgen aufsuchten. Gassers erinnerten sich zwar nur noch dem Namen nach an mich, der gemeinsame Kaffee auf dem Gartensitzplatz war aber trotzdem sehr gesellig und gemütlich.

Mit viel Vorfreude fieberten wir dem nächsten Besuch und einem längeren Zwischenhalt in Jasper entgegen. Hierhin hatte es mich 2005 nach meinem Aufenthalt bei Gassers verschlagen. Seither verbinden mich Freundschaften und viele schöne Erinnerungen mit dem Ort. Auf der Dorfeinfahrt zeigte sich ein Bild der Verwüstung, welche ein verheerender Waldbrand im vergangenen Sommer hinterlassen hatte. Etwa ein Drittel des Dorfes ist abgebrannt und von den riesigen Waldflächen im Süden und Westen sind nur noch verkohlte Stämme zu sehen. Viele Menschen leben in temporären Containern und zahlreiche Geschäfte sind in Baracken untergebracht. So holten wir auch meine Freundin Nicole von der Arbeit im Barackenprovisorium ab. Ihr Haus wurde glücklicherweise vom Feuer verschont und sah aus wie eh und je. Von ihrer Mutter Elisabeth wurden wir im grünen Garten mit «welcome home» empfangen und so fühlte es sich auch an. Alles war vertraut und heimelig, auch die Bilder im neu eingerichteten Gästezimmer, welches nun schon seit zehn Tagen unser Zuhause ist.

Als wäre ich nie weg gewesen, gehörten wir sofort zur Familie. Nicole nahm uns mit auf Spaziergänge und zum Baden im See, im Garten durften wir Himbeeren pflücken und Salat ernten, in der Garage die Velos putzen und am 1. August mit vielen anderen Schweizern unseren Nationalfeiertag feiern. Als Nicoles Vater Edi von einer dreitägigen Wanderung zurückkam, war er voller Tatendrang und wollte viel mit uns unternehmen. Wetterbedingt starteten wir mit einem Besuch der Miette Hotsprings und verschoben eine schöne Wanderung zum Boundary Lake sowie eine grossartige Kanutour auf dem Maligne Lake auf die nächsten Tage. Letztere war für unsere untrainierten Arme eine Herausforderung. Während David auf dem Rückweg unser Kanu fast im Alleingang voranbringen musste, paddelte uns Edi in seinem Kajak locker um die Ohren und dies, obwohl er mehr als doppelt so alt ist wie wir. Er ist in Topform und fitter als wir nach drei Jahren Veloreise!


Der heutige Regentag war eine gute Gelegenheit, uns dem Blog zu widmen. Um etwas produktiver zu sein, wollten wir uns in die Bibliothek setzen. Auf dem Weg dorthin spazierten wir am Hostel vorbei und wurden von Corine und Erwin gesichtet. Wir hatten schon Kontakt aufgenommen, als wir den beiden zufällig im Supermarkt begegneten und uns zwischen den Regalen über unsere Reisen austauschten. Wie schön, die zwei wiederzusehen! Während Corine und Erwin morgen weiterfahren, dürfen wir die familiäre Gesellschaft in meiner zweiten Heimat noch etwas länger geniessen❤️.




























































































Hallo Regula und David
Wir lesen eure Berichte sehr gerne, und sind immer sehr gespannt was da an Buchstaben zusammengehängt werden, die als Resultat, einen interessanten Reisebericht geben. In Jasper war ich ano 1983 für ein paar Tage auf meiner Canada Reise. Im September und Oktober 2025 weilen wir auch kurz in Vancouver und Umgebung, anschliessend nach Hawaii, zum Fest unserer Tochter und Schwiegersohn, ja wie das halt so geht, sie leben beide in Bern City. Wir wünschen euch beiden viele wunderbare Tage auf eurer Reise, und auf ein widersehen. Es würde uns sehr freuen. Herzlicher Gruss aus dem Berner Oberland. Erwin und Theres
Liebe Theres, Lieber Erwin
Wir freuen uns sehr über euren Kommentar und dass ihr unseren Blog noch immer so geduldig verfolgt😊. Wir sind gespannt, wie euch Hawaii gefällt! September/Oktober sind wir leider nicht in Vancouver, aber wir freuen uns auch schon über ein Wiedersehen im Berner Oberland.